[Do We Need an Amputee Outpatient Clinic? How Innovations Promote Interdisciplinarity in Amputation Medicine]
- PMID: 40795864
- DOI: 10.1055/a-2654-7425
[Do We Need an Amputee Outpatient Clinic? How Innovations Promote Interdisciplinarity in Amputation Medicine]
Abstract
Amputation of a limb is often a necessary, yet irreversible surgical procedure with complex functional, psychosocial, and medical consequences. Comorbidities and concomitant injuries frequently complicate both treatment and rehabilitation. At the same time, modern surgical and technological advances offer new possibilities, while also increasing the demands on comprehensive care. In response, we established an interdisciplinary consultation service to support the multiprofessional care of amputees at our university hospital.A specialized interdisciplinary clinic was established at a German tertiary university medical centre. Its objectives include the structured assessment of amputation indications, quality assurance of orthopaedic-plastic surgical procedures, and holistic post-amputation care addressing functional, psychosocial, and prosthetic aspects. Over a 12-month observation period, we systematically recorded and analysed consultation parameters such as the number of visits, reasons for presentation, and patient and amputation demographics.A total of 474 consultations involving 183 individual patients were documented. Most cases concerned the lower extremity (86.25%), with 13.75% involving the upper extremity. The patient cohort consisted of 63.9% male (n=117) and 36.1% female patients (n=66), with a median age of 55.2±20 years. The most frequent causes of amputation were acute trauma (n=74; 45.7%), vascular diseases (n=24; 14.8%), and infections/sepsis (n=22; 13.6%). The main reasons for presentation were standard follow-up assessments (n=49; 23.1%), postoperative wound checks (n=39; 18.4%), and prosthetic counselling (n=30; 14.2%).The irreversible and multifaceted consequences of amputation require a high level of medical, therapeutic, and socio-medical coordination. Interdisciplinary care models are well established in the management of complex chronic diseases. This approach to amputee care represents a necessary paradigm shift, enabling us to meet the multidimensional needs of this patient population through integrated, patient-centred treatment.
Die Amputation einer Extremität ist ein häufig notwendiger, jedoch irreversibler chirurgischer Eingriff, der mit weitreichenden funktionellen, psychosozialen und medizinischen Folgen einhergeht. Komorbiditäten und Begleitverletzungen können die Behandlung zusätzlich erschweren. Gleichzeitig eröffnen moderne chirurgische und technologische Fortschritte neue Möglichkeiten, stellen jedoch auch erhöhte Anforderungen an die Nachsorge. Vor diesem Hintergrund wurde an unserer Klinik eine interdisziplinäre Sprechstunde zur multiprofessionellen Versorgung von Amputierten eingerichtet.An einem deutschen universitären Maximalversorger wurde eine spezialisierte interdisziplinäre Sprechstunde etabliert. Ziel ist die strukturierte Indikationsstellung zur Amputation, die qualitätsgesicherte Durchführung orthopädisch-plastisch-chirurgischer Eingriffe sowie eine ganzheitliche Nachsorge, die funktionelle, psychosoziale und prothetische Aspekte berücksichtigt. Innerhalb eines Beobachtungszeitraums von zwölf Monaten wurden alle Patientenkontakte hinsichtlich Anzahl, Vorstellungsgründen sowie Patienten- und Amputationsmerkmalen systematisch erfasst und analysiert.Im Erhebungszeitraum wurden 474 Konsultationen bei 183 individuellen Patient:innen dokumentiert. Der Großteil der Fälle betraf die untere Extremität (86,25%), während 13,75% die obere Extremität betrafen. Das Patientenkollektiv bestand zu 63,9% aus Männern (n=117) und zu 36,1% aus Frauen (n=66), mit einem Altersmedian von 55,2±20 Jahren. Die häufigsten Amputationsursachen waren akute Traumata (n=74; 45,7%), gefolgt von Gefäßerkrankungen (n=24; 14,8%) und Infektionen/Sepsis (n=22; 13,6%). Die häufigsten Vorstellungsgründe waren standardisierte Kontrolluntersuchungen (n=49; 23,1%), postoperative Wundkontrollen (n=39; 18,4%) sowie prothetische Beratung (n=30; 14,2%).Die komplexen, oft lebenslang wirksamen Folgen einer Amputation erfordern eine koordinierte, interdisziplinäre Versorgung mit hoher medizinischer, therapeutischer und sozialer Kompetenz. Interdisziplinäre Sprechstunden sind in der Versorgung chronisch und multimorbid Erkrankter etabliert und bewährt. Auch in der Behandlung von Amputierten markiert dieses Modell einen notwendigen Paradigmenwechsel, um eine patientenzentrierte, sektorenübergreifende Versorgung zu ermöglichen.
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Conflict of interest statement
Dr. Jennifer Ernst erklärt, dass sie innerhalb der vergangenen drei Jahre folgende potenzielle Interessenkonflikte zu melden hat:• Sie hat öffentliche Forschungsunterstützung im Rahmen von Drittmittelprojekten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), sowie des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK Niedersachsen) erhalten.• Sie hat Forschungsförderung von Ottobock SE & Co. KGaA erhalten.• Sie hat Reisekostenerstattungen von Ottobock SE & Co. KGaA und Vortragshonorare Össur Deutschland GmbH erhalten.• Sie ist Mitglied im Vorstand der VTO – Verein Technische Orthopädie e.V., der ISPO Deutschland e.V. (International Society for Prosthetics and Orthotics) und im Kuratorium der Initiative 93‘.Sie ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Gesellschaft für Innovative Amputationsmedizin (DGIHV).• Reisekosten und Vortragshonorare im Rahmen wissenschaftlicher Konferenzen wurden teilweise von gemeinnützigen oder institutionellen Veranstaltern übernommen (u. a. OSSEOINTEGRATION AND BIONIC LIMB RECONSTRUCTION, Bologna).Die genannten Aktivitäten standen in keinem direkten Einfluss auf die in der vorliegenden Arbeit dargestellten wissenschaftlichen Ergebnisse.
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